Meine ersten Dachse
Der Weg zu meinen ersten Dachsfotos war geprägt von Geduld, vielen Stunden in der Natur und der Suche nach den richtigen Spuren. Von den ersten Hinweisen auf einen bewohnten Bau bis zu dem Moment, in dem sich schließlich ein Dachs vor meiner Kamera zeigte – eine Begegnung, die ich so schnell nicht vergessen werde.
Hey, willkommen zurück zu meinem zweiten Blogeintrag.
Dieses Mal soll es darum gehen, wie ich meine ersten Dachsbilder machen konnte. Besonders war, dass es sogar meine erste Begegnung mit Dachsen war.
Begonnen hat alles im Februar während der Fuchsbausuche. Dass in diesem Jahr Füchse keine große Rolle spielen sollten war mir damals noch gar nicht bewusst.
Ich war also unterwegs und habe am Waldrand einige Löcher mit Kot gefunden. Ganz eindeutig ein sogenanntes Dachsklo. Spannend zu sehen wie die Tiere ihre Umgebung sauber halten indem Sie sich eine Stelle suchen und im Umkreis immer wieder ihr Geschäft verrichten.
Nun wusste ich also, dass ich nah dran bin. Nach ca. 10 Minuten suche habe ich den Dachsbau gefunden und eine Wildkamera installiert. Wichtig dabei war mir, dass ich nicht zu nah an die Eingänge gehe, geschweige den "auf" den Bau gehe.
Dachse sind vielleicht nicht ganz so empfindlich wie Füchse - dennoch sollte man sie nicht strapazieren und Ihnen entsprechend Respekt gegenüber bringen. Das erste Video, welches mir dann einen Dachs im Tageslicht gezeigt hat seht ihr im Folgenden.
20:25 Uhr - eine recht passable Zeit um fotografieren zu gehen - schließlich ist die Zeit in den kommenden Wochen auf meiner Seite und die Tage werden immer länger.
Die nächsten Tage habe ich mich also wieder fern gehalten und den Bau in Ruhe gelassen. Hierbei ist vielleicht wichtig zu sagen, dass ich nur alle 4-7 Tage in der Nähe war um die Wildkamera per WLAN auszulesen und mir einige Aufnahmen zu sichern.
Am 06.05. dann die Überraschung - Aufnahmen von jungen Dachsen. Im Bau leben also 3 ausgewachsene und 3 kleine Dachse.
Ich war überglücklich und begeistert über diesen Fund. Jetzt war für mich klar, ich möchte versuchen diese Konstellation auf Bildern zu verewigen. Die Planung war bereits in meinem Kopf erledigt, als ich den Bau zum ersten Mal gesehen habe. Ca. 10 Meter vom Feld entfernt im Wald. Neben dem Feld eine Wand aus Brennnesseln, die eine perfekte natürliche Tarnung bieten. Dies und ein Tarnnetz könnten mich also unsichtbar werden lassen. Perfekt.
Nun war es endlich soweit. Akkus geladen, Speicherkarte leer, Tarnkleidung angezogen. In mir macht sich eine gewissen Aufregung breit, ob es nun endlich soweit sein wird. Ich hänge das Tarnnetz auf, lege meinen Bohnensack bereit und die Kamera auf. Nun heißt es warten. Ich war seit ca. 18:00 Uhr im Versteck. Um ca. 20:10 dann die erste Bewegung. Ein ausgewachsener Dachs, der wohl bemerkt hat, dass hier draußen etwas anders ist als noch heute Morgen. Ich war gespannt, akzeptiert er mich und lässt die anderen auch raus oder dreht er um und der Tag ist erledigt.
Natürlich gibt es wie in jeder guten Geschichte auch hier ein Happy End. Hinter ihm tummelte es sich und gesamt 6 Dachse waren um den Bau unterwegs.
Es ist wirklich toll anzusehen, wie sich Dachse verhalten. Man sieht wie stark das Familienbündnis ist und wie liebevoll miteinander umgegangen wird. Am schönsten sind natürlich die spielenden Jungtiere. Man kann es kaum beschreiben.
Wie gut der Wind stand und die Tarnung funktioniert hat, habe ich erlebt, als einer der Dachse bis auf ca. einen Meter an mich ran gekommen ist. Ein atemberaubendes Erlebnis und der Weg für viele weitere tolle Fotos ist damit geebnet.
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.